Die Wölflinge

sind unsere jüngsten Mitglieder im Stamm. Kinder von 7 - 10 Jahren bzw. 2. - 4. Schuljahr können Wölflinge werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Kinder im Sommerlager mindestens 8 Jahre alt sind. Nach einer Zeit des Kennenlernens und der Einführung erklärt das Kind in einem Versprechen, dass bei uns meist in einem Lager stattfindet, daß es zur Wölflingsmeute gehören will.
Die Wölflinge tragen ein orangenes Halstuch und das abgelegte Versprechen ist an einem Wolfskopf auf der linken Brusstasche der Kluft zu erkennen. Sie werden spielerisch an die Leitlinien der DPSG herangeführt.
Sie sollen lernen, sich in der neuen Situation des Zusammenlebens zurechtzufinden und neue Freundschaften zu schließen. So schliessen sich bis zu 20 Kinder in einer Gruppe zusammen und spielen, lernen ihre eigenen Fähigkeiten kennen und besser einschätzen , erkunden ihr Umfeld und die Natur.
Die Wölflinge sollen langsam an die Selbständigkeit herangeführt werden. Sie sollen außerdem Verantwortungsbewußtsein entwickeln, denn nur so ist ein geregeltes Zusammenleben in einer großen Gruppe möglich.
Die Jungpfadfinder

Die Wölflinge sind immer besonders stolz, wenn sie jetzt zu den "Größeren" gehören. Man darf jetzt etwas länger aufbleiben, unternimmt andere Aktivitäten, bestimmt manches selbst und hat noch mancherlei Vorteil geegenüber einem Wölfling.
Die Jufi's, wie wir sie gerne nennen, sind in einem Alter von 10 - 13 Jahren bzw. im 5. - 7. Schuljahr. Auch sie legen nach einiger Zeit das Versprechen ab. Dieses Versprechen ist um so wichtiger, da sich die Lebensumstände der Jungpfadfinder immer mehr verändern: der Umbruch von der Kindheit zum Jugendlichen findet nicht bei allen mit der gleichen Schnelligkeit und Heftigkeit statt. Dies führt zu spannenden Unterschieden und Gegensätzen in den Möglichkeiten und Interessen der Mädchen und Jungen. Ein Gemeinschaftsgefühl ist hier wichtig, damit die Faszination und Aufregung des Umbruchs nicht in Verunsicherung und Angst übergeht. Für die Jufi's tun sich neue Lebenswelten auf. Sie kommen der Welt der Erwachsenen näher, erforschen Ihre Umwelt eindringlicher und erleben vielleicht schon die erste Liebe.
Sie erfahren was es heißt, den Spielraum für ihre Selbstbestimmung zu erweitern, zunehmend Verantwortung zu haben. Sie stoßen aber auch häufig auf für sie fragwürdige Regeln, deren Sinn sie erst ergründen müssen.
Die Pfadfinder

Steigt ein Jungpfadfinder auf, entfällt die "jung"-machende Vorsilbe. Ein Pfadfinder ist naturgemäß älter und weiter entwickelt als ein Jufi. Er ist 13 - 16 Jahre alt und ist im 8. - 10. Schuljahr.
Die während seiner Jungpfadfinderzeit entwickelte Eigeninitiative und Selbständigkeit findet in dieser Stufe ihre gesteigerte Fortführung. Unsere Pfadis lernen, das Wagnis mit Leben und Welt noch entschiedener und eigenständiger einzugehen. Aber nicht nur Aufsteiger, sondern auch Neu-Einsteiger, z.B. mitgebrachte Freundinnen / Freunde, können hier das gemeinsame Leben neu oder auch ganz anders entdecken.
Sie lernen bewußt das zu tun, was sie tun. Die Suche nach neuen Wegen und Möglichkeiten kann zu Schwierigkeiten führen, denen man nun nicht mehr aus dem Weg geht. Man geht sie entschieden an und lernt dadurch auch, mit Mißerfolgen fertig zu werden.
Damit diese Herausforderung gelingen kann, bedarf es einer Gruppe, die Rückhalt gibt, die gemeinsam prüfen und entscheiden, was wichtig ist. Dieser Rückhalt wird durch das Versprechen bekräftigt, welches unter dem Motto "Wagt es!" steht.
Die Rover

Jugendliche, junge Frauen und Männer zu einem Fähig-sein in den eigenen Belangen anzustoßen und zu bewegen, ihnen das Angebot zu machen, die Welt und sich selbst intensiv kennezulernen und in Verantwortung zu handeln. Ab dem 16. - 20. Lebensjahr bzw. ab dem 11. Schuljahr ist dies das Ziel für die Rover.
Die Roverrunden werden durch die oftmals sehr unterschiedlichen Lebens- und Entscheidungssituationen geprägt. Die jungen Erwachsenen finden hier einen Platz zum ausruhen in einer Welt, in der sie nun viel Verantwortung für sich und andere haben. Sie nehmen das Leben selbst in die Hand und bestimmen seine Richtung.
Die Mitglieder der Roverrunde stützen und beraten sich gegenseitig bei Fragen zu Arbeitsplatz und Wehrdienst, zu Liebe und Partnerschaft, bei politischen und kirchlichen Themen. Sie setzen sich ein für den Erhalt der Natur und bemühen sich um Frieden und Gerechtigkeit in aller Welt.
Dieses gemeinsame Tun wird durch das Versprechen bekräftigt, aus dem eine neue Verantwortung für die Runde und den Stamm entsteht.
Die Leiter

Ein Stamm ohne Jugendliche ist genau so leblos und vor allem sinnlos wie ein Stamm ohne Leiter. Als erwachsener Mensch ab einem Alter von 18. Jahren trägt man besondere Verantwortung für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten im gesamten Stamm und in "seinem" Trupp im besonderen.
Für sich selbst und andere einstehen zu können, muß erst einmal probiert werden. Erwachsene Leiterinnen und Leiter begleiten und unterstützen diesen Prozeß. Sie ermuntern die Mitglieder ihrer Gruppen, gemeinsam das Programm der Gruppe zu gestalten und darauf zu achten, daß es für jeden einzelnen zu einer Bereicherung seiner Persönlichkeit wird. Auf diesem Wege entdecken die erwachsenen Leitungskräfte des Verbandes ihr eigenes Leben neu und setzen sich als Partner und Anwalt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für deren Anliegen und Interessen ein.
Eine Stärkung und Reflexion dieser Ziele findet regelmäßig in der Leiterrunde statt. Man denkt gemeinsam über das Pfadfinder-Sein nach und setzt sich mit inhaltlichen Fragen auseinander, plant Lager und Veranstaltungen, bespricht die weitere Entwicklung des Stammes und reflektiert Erlebnisse, ringt um Positionen und entwickelt politische Handlungsformen. Die Leiterrunde ist gemeinsam unterwegs für das Zusammenleben des ganzen Stammes.